Unsere Historie

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Schröck ist schon älter, wie aus den Gemeineakten zu entnehmen ist. Bereits im Jahre 1853 bestellte die Gemeine von dem Mechanikus J.H. van Moll in Mardorf eine tragbare Feuerspritze. 16 Jahre später erhielt das Dorf eine fahrbare Feuerspritze für Pferdegespanne als Geschenk und 1899 kauften die Schröcker eine weitere fahrbare Saug- und Druckspritze mit dem notwendigen Schlauchmaterial.

Als Aufbewahrungsort für diese Ausrüstung diente damals das Untergeschoß des 1898 errichteten Gemeindehauses.

Bis ins 19.Jahrhundert hinein mußten die Hausbesitzer in Schröck noch selbst für den Brandschutz sorgen. 1906 führte der Gemeinderat die Pflichtfeuerwehr ein, der alle männlichen Bewohner des Dorfes im Alter zwischen 18 und 45 Jahren angehören mußten.

FF Schröck 1934FF Schröck 1934

Dass die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1934 einen so großen Zuspruch unter den Schröckern fand (es traten immerhin auf Anhieb 45 Männer bei), hatte nach Aussagen von Gründungsmitgliedern mindestens zwei Ursachen. Zum einen wollten sie der guten Sache des Brandschutzes dienen und zum anderen den immer stärker werdenden Druck der politischen Organisationen aus dem Wege gehen. Damals existierte nämlich ein Erlaß des Reichsinnenministers, nach dem Feuerwehrdienst als Ersatz für die Beteiligungen an politischen Veranstaltungen galt. Auch war die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr durch das Reichsinnenministerium als Pflicht eingeführt worden.

Die Begeisterung für die neugegründete Freiwillige Feuerwehr wurde bestärkt durch die gleichzeitig entstehende Feuerwehrkapelle, die bei Tanzveranstaltungen aufspielte. Aus dem Erlös dieser geselligen Abende bezahlte die Freiwillige Feuerwehr Schröck die nötigen Uniformen und Helme. 1938 erhielt die Schröcker Feuerwehr unter Leitung von Ortsbandmeister Karl Fach eine Motorspritze und war dadurch eine am besten ausgerüstete Wehr der Landgemeinden. Deshalb mußten die Schröcker auch während des Krieges bei Luftangriffen auf Marburg dort aushelfen.

In den Kriegsjahren hatte man zum Schutz der Kirche die alte Kübelspritze in den Kirchturm geschafft, die erst im Jahre 1975 wieder heruntergeholt wurde. Auch wurden in den Kriegsjahren in der Gemeinde Frauen für den Feuerwehrdienst ausgebildet.

Nach dem Krieg ruhten zunächt die Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr Schröck, ehe sie von Peter Damm wieder ins Leben gerufen wurde. Peter Damm führte die Wehr als Ortsbrandmeister von Schröck bis zum Jahre 1951. Von 1951 an lenkte Ortsbrandmeister Hieronymus Nau die Geschichte der Wehr und prägte die Nachkriegsgeneration. Im April 1972 ging der lang gehegt Wunsch in Erfüllung, ein eigenes Löschfahrzeug (LF 8) zu besitzen. Dieses konnte noch im Herbst des gleichen Jahres im neu erbauten Gemeindehaus untergebracht werden. Von 1973 bis 1975 übernahm Ortsbrandmeister Josef Mankel die Leitung der Wehr.

Durch die Gebietsreform im Jahre 1974 wurde unsere Wehr in die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Maburg integriert.
Am 14.07.1977 wurden die Bemühungen der Verantwortlichen mit Erfolg gekrönt, nämlich eine Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Schröck mit 21 Mitgliedern zu gründen.
Besondere Verdienste erwarb sich dabei der damalige Wehrführer Gerhard Fischer und der erste Jugendwart Franz-Josef Nahrgang. Gerhard Fischer führte die Wehr in der Zeit von 1975 bis 1993 und wurde dann von Arnold Schmitt als Wehrführer abgelöst. Gerhard Fischer führte die Wehr in der Zeit von 1975 bis 1993 und wurde dann von Arnold Schmitt (1993 bis 2001) und Theobald Preis (2001 bis heute) als Wehrführer abgelöst.

FF Schröck 1984FF Schröck 1984

Neben dem im Jahre 1972 beschafften LF 8 stand der Freiwilligen Feuerwehr noch ein VW-Bus zur Verfügung. Dieser wurde von unserem Verein gekauft und in mühevoller Arbeit als Mannschaftstransportfahrzeug hergerichtet. Das LF 8 wurde im Jahre 1995 durch ein modernes Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) ersetzt. Dieses Fahrzeug dient auch heute noch unserer Wehr als Einsatzfahrzeug. Das von uns beschaffte Mannschaftstransportfahrzeug (MTW) wurde im Jahr 1999 durch eine Neubeschaffung der Stadt Marburg ersetzt.

Auch wurde unsere Fahrzeughalle durch einen Anbau im Jahr 2002 erweitert. Neben der Verlängerung der Garage wurden neue Toiletten und ein Spindraum an- bzw. eingebaut. Mit den Jahren sind die Anforderungen an die Freiwillige Feuerwehr gestiegen. Neben der Brandbekämpfung sind technische Unfallhilfeleistungseinsätze hinzugekommen. Die Anzahl der Unfallhilfeleistungseinsätzen ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen.

ScheunenbrandScheunenbrand
Scheunenbrand 2Scheunenbrand 2

Um auch hier den Erfordernissen gewachsen zu sein, erhielt die Feuerwehr Schröck im Jahre 2004 ein hydraulisches Rettungsgerät. Die erforderliche Ausbildung wurde in einem Wochenendlehrgang im März 2004 durchgeführt. Unsere Wehr führt Übungen und Unterrichtsabenden durch, um den Wissenstand weiter auszubauen. Auch an Lehrgängen auf Kreis- oder Landesebene nehmen unsere aktiven Einsatzkräfte teil. Doch nicht nur bei feuerwehrtechnischen Angelegenheiten ist die Freiwillige Feuerwehr Schröck tätig, sondern auch bei allen anderen Veranstaltungen im Ort, ob diese nun kirchlich oder weltlich sind, ob sie innerhalb oder außerhalb des Ortes stattfinden.

So nimmt z.B. unsere Wehr auch den Brandschutz für die Nachbarstadtteile Bauerbach und Ginseldorf wahr, die nicht mehr über eigene Feuerwehrkräfte verfügen. Auch an festlichen Veranstaltungen anderer Vereine und des eigenen Vereines, der zur Zeit über 100 Mitglieder zählt und den Werner Kraus als 1. Vorsitzender führt, nimmt unsere Wehr teil. Hierbei ist die Kameradschaft ein wesentlicher Teil der Gemeinschaft. Die Freiwillige Feuerwehr Schröck gehört zu den wenigen Wehren, die den Brand der eigenen Feuerwehrunterkunft miterleben mussten. Bei diesem Brand im Jahre 1989 entstand ein Sachschaden in Höhe von mehreren 10.000 EUR.

Unsere Einsatzabteilung besteht zur Zeit aus 27 Männer und Frauen. Größere Einsätze hatte unsere Wehr 1912 beim Brand der Schulscheune, 1949 beim Brand bei Martin Rhiel und 1957 beim Brand bei Peter Nau sowie beim Dachstuhlbrand 1994.